Moskau- St. Petersburg (08/27/05 - 09/06/05)

Reisebericht der Moskau-St. Petersburg-Reise v. 27.08. – 06.09.2005 Von Anke und Bjarne Lauritzen Nun liegt das Weihnachtsfest auch schon wieder hinter uns, und der KLM-Urlaub 2005 gehört schon etwas länger der Vergangenheit an. Wir flogen nicht alle ab Frankfurt/M. wie im Jahr zuvor zu unserer Afrika-Reise, sondern begannen die Reise in mehreren Gruppen von unterschiedlichen Städten/Flugplätzen unseres Landes mit umsteigen in Kopenhagen und Stockholm. Somit trafen wir -48 Personen- zu verschiedenen Zeiten in Moskau ein, wo bereits ein Bus und zwei Reiseleiterinnen auf uns warteten und sicher zum Hotel Kosmos (ca. 1.200 Betten) brachten. Der früher angekommene Trupp hatte den Vorteil , schon ein bisschen die Gegend am Hotel zu erkunden. Dabei entdeckten wir nicht nur den Park gegenüber mit der Allunions-Ausstellung und einer Metro-Station, sondern auch einen kleinen Supermarkt, in dem der erste russische Vodka gekauft und später im Hotel probiert wurde. Dann endlich beim Abendessen, trudelte auch die letzte Gruppe ein. Da wurden wir alle von Klaus Fay begrüßt und mit einem Namensschild am Bändsel versorgt, das wir uns dann jeden Tag als „Erkennungsmarke“ umhingen. Ab dem nächsten Tag stiegen wir dann jeden Morgen um 9 Uhr, gestärkt durch ein reichhaltiges Frühstücksbuffett, in den vor dem Hotel wartenden Reisebus, begleitet von unseren zwei fachkundigen Reiseleiterinnen, die uns bis zum 04.09. ihre Stadt Moskau zeigten. So. 28.08.05 – 2. Tag: Busrundfahrt durch Moskau, wobei wir einen kleinen Überblick dieser riesigen Stadt bekamen. Wir stellten dabei eine große Veränderung zur zurückliegenden Zeit um 1978 herum fest. Damals gab es nur wenige Autos, und schon gar keine westlichen. Keine leuchtenden Reklameschilder, spärliche Beleuchtung auf den Straßen, Geschäfte nur mit sehr begrenzter Auswahl aus den Ostblockländern. Die Gebäude waren grau in grau, wie damals in der DDR. Moskau hat offiziell 11 Mill. (inoffiziell 14,5 Mill.) Einwohner und ist 890 km² groß und war von 1462-1712 und dann wieder von 1918 bis heute die Hauptstadt. In der Zwischenzeit war St. Petersburg die Hauptstadt von Russland. Es wurden uns folgende Sehenswürdigkeiten gezeigt: Die Christi-Erlöserkirche (neuerbaut u. eingeweiht 1995), eienen Souvernier-Shop mit reichhaltigem Angebot das Neujungfrauenkloster , das größte u. schönste der Moskauer Klöster, in das u.a. die Schwester Peters des Großen u. seine 1. Ehefrau verbannt wurden die Lomonossow-Universität auf den Sperlingshügeln, das Kreml-Gelände die Rüstkammer mit prunkvollen Gegenständen aus der Zarenzeit von unermesslichem Wert, der Kathedralenplatz mit den vielen wunderhübschen Kathedralen, wie z.B.: die Mariä-Himmelfahrtskirche, Mariä-Verkündigungskathedrale, Erzengel-Kathedrale etc., um nur einige zu nennen. Zarenglocke und Zarenkanone Zu den Kirchen erfuhren wir, dass die meisten in der kommunistischen Zeit geschlossen waren, oder gar abgerissen, oder für andere Zwecke genutzt wurden. Nur wenige Kirchen waren in jener Zeit „aktiv“, und wurden meist nur von älteren Menschen besucht. Abendprogramm: Moskauer Staatszirkus Mo. 29.08.05 – 3. Tag: Wir starteten einen Ganztagesausflug nach Sergiew-Posad (ehemals Sagorsk), dem bedeutendsten Wallfahrtsort der russischen Orthodoxen mit dem berühmten Dreifaltigkeitskloster.Ein sehr imposanter Komplex. Der Spätnachmittag war für die Moskauer Metro vorgesehen. Es ist die erste russische Untergrundbahn, gebaut in den 30iger Jahren von Stalin, ohne Hilfe aus dem Ausland. Prachtvoll u. imponierend durch die Mosaiken, Kronleuchter u. dem wertvollen Steinmaterial wie Marmor u. Granit. Besonders bemerkenswert an der Metro ist der stalinistischer Prunkstil, z.B. Bilder/Mosaiken in einem typischen Sozialist-Realismus, d.h., dass dabei das arbeitende Volk (vornehmlich die Industriearbeiter) im Vordergrund stehen .Diese Metro ist in ihrer Art einmalig und auffallend sauber, ganz besonders für westliche Augen. Die Metrofahrt war für uns ein aufregendes Erlebnis, weil wir uns beim Ein –u. Aussteigen sehr beeilen mussten, bedingt durch die kurz aufeinanderfolgenden Abfahrten und den vielen Millionen Fahrgästen pro Tag. Wir hatten zu Beginn ein bisschen Angst davor, dass wir uns verlieren könnten. Erschwerend kam unsere Unkenntnis zur kurillischen Schrift und der russischen Sprache hinzu. Abendprogramm: Wieder mit der Metro (inzwischen nicht mehr so ängstlich) zu einem Konzert in einem ehemaligen englischen Handelshaus in der Nähe vom Roten Platz. Dort hörten wir wunderschöne russische Volksmusik, gesungen u. gespielt von Frauen u. Männern, z.T. in russischen Trachten, wundervoll! Di. 30.08.05 – 4. Tag: Am Vormittag Besuch im KGB-Museum, Nachbargebäude vom „berühmt-berüchtigen“ Lubjankagefängniskomplex ,in dem sogenannte „Volksfeinde“ inhaftiert waren. Im KGB-Museum war überwiegend Spionagematerial ausgestellt, dazu Berichte u. Bilder über Westspione, die f.d. Sowjetunion tätig waren. In Anbetracht der politischen Hintergründe konnte man es auch als „Gruselkabinett“ bezeichnen. Der Nachmittag begann mit der Fahrt zum Roten Platz, wo wir u.a. die farbenprächtige Basilius-Kathedrale, gebaut von Iwan dem Schrecklichen, von außen bestaunen konnten. Es ist ein besonders schönes Bauwerk. Beim Betrachten dieses bizarren Gebäudes kamen wir uns vor wie in Tausend und einer Nacht .Auch befinden sich hier das Lenin Mausoleum sowie das bekannte Warenhaus Gum, das sich durch die besondere Architektur auszeichnet. Danach stand der Besuch der ehemaligen Zarenresidenz Kolomenskoje auf dem Programm. Heute befindet sich hier ein Freilichtmuseum. Der Nachmittag klang mit einem Bummel über die Geschäftsstraße Arbat aus, wo sich das eine oder andere Grüppchen bei einem Getränk stärkte .Da dies unser letzter Tag in Moskau war, nahmen wir unser Abendessen im Hotel Rossija (gegenüber dem Roten Platz) ein. Bevor wir danach die Stadtrundfahrt bei Nacht antraten, bummelten wir durch das Warenhaus Gum u. noch einmal bei Dunkelheit über den Roten Platz. Durch die angestrahlten Gebäude wirkte das ganze Panorama märchenhaft auf uns .Nach der wunderschönen Stadtrundfahrt bei Nacht begleiteten uns unsere zwei Reiseleiterinnen heil u. sicher, allerdings bei heftigem Regen, zum Moskauer Bahnhof u. zum Zug, der uns in der Nacht nach St. Petersburg brachte. Mi. 31.08.05 – 5. Tag: Ankunft um 8 Uhr in St. Peterburg bei Sonnenschein. Die Stadt hat 5 Mill. Einwohner u. ist 600 km² groß u. war von 1712-1918 Hauptstadt von Russland. hier wurden wir von zwei neuen Reiseleiterinnen in Empfang genommen , u. der schon paratstehende Bus brachte uns zunächst zu einem Frühsücksrestaurant. Gestärkt begannen wir dann eine Stadtrundfahrt, wobei wir die wichtigsten Sehenswürdigkeiten kennenlernten, wie z.B.: den Newskij-Prospekt (kilomerterlange Hauptstr./Lebensader von St.P.) , die Admiralität, die Isaak-Kathedrale, die Peter-Paul Festung, das Kriegsschiff Aurora u. das Smolny Kloster. Nach dem Mittagessen in der Stadt wurden wir zu unserem Hotel Pribaltiskaja (direkt am Finnischen Meerbusen gelegen) gebracht. Dort konnten wir uns am Nachmittag ausruhen. Zu dem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass dies unsere einzigste etwas längere Ruhepause unseres Aufenthalts in St. P. sein würde. Do. 01.09.05 – 6. Tag: Der heutige Tag begann mit dem Besuch des Kusnechni-Bauernmarktes. Dort gab es ein großes farbenprächtiges Angebot an Lebensmitteln u. Blumen, eben alles, was das Herz begehrt. Danach durften wir auf eigene Faust einen Teil des Newskij Prospekts in der Nähe des Zentrums entdecken. Unser Mittagessen wurde uns heute im Tschaikowsky Restaurant serviert. Hier ließen wir uns nicht nur das Mittagessen schmecken; denn die schönen Tschaikowsky-Gläser animierten einige von uns auch zum Trinken eines Vodkas. So hatten wir uns schon gut auf den uns bevorstehenden Wodka-Stop eingestimmt, der kurz darauf am Neva-Ufer stattfand, inmitten von neuvermählten jungen Hochzeitspaaren. Sie ließen sich von riesigen amerikanischen Limousinen chauffieren. Der Nachmittag war für die Besichtigung der Peter-Paul-Festung vorgesehen. Hier befindet sich die Grabesstätte der Zarenfamilie Romanow, beginnend mit Peter I./Peter der Große im Jahre 1725. Unterwegs sahen wir viele festlich gekleidete Schulkinder u. Studenten. Es war ihr 1. Schultag nach der Sommerpause, u. das wird in Russland gefeiert. Fr. 02.09.05 – 7. Tag: Einer der Höhepunkte unserer Reise wurde uns heute präsentiert, nämlich der legendäre Winterpalast mit der weltberühmten Eremitage, gegründet von Katharina der Großen. Hier kann man Werke der berühmtesten Kunstmaler der Welt bestaunen. Außerdem beherbergt die Eremitage unermesslich wertvolle Kunstschätze. Wir konnten mit unserer knappen Zeit leider nur einen Bruchteil des Ganzen besichtigen, aber das hat schon einen überwältigenden Eindruck bei uns hinterlassen. Und wenn man dann bedenkt, dass die Zeit eines ganzen Menschenlebens nicht ausreicht, die vollständige Sammlung zu besichtigen! Nie zuvor in unserem Leben haben wir solch ein palastartiges Museum gesehen. Am Nachmittag wurde uns der Meschnikow-Palast gezeigt. In Vergleich zu den anderen Palästen wirkte dieser eher klein. Meschnikow war der engste Freund von Peter dem Großen u. 1. Gouverneur von St. Petersburg. Der Tag fand einen musikalischen Abschluß mit einem Konzert mit geistlicher a-capella Musik im Alexander Newskij Kloster. Sa. 03.09.05 – 8. Tag: Schon früh am Morgen bestiegen wir unseren Bus, um zur 180 km entfernt liegenden Stadt Nowgorod zu fahren. Unterwegs war es lange Zeit sehr neblig. Die sogenannte „Autobahn“ war in einem sehr schlechten Zustand. So verwunderte es uns nicht, dass wir mit etlichen Verkehrsunfällen konfrontiert wurden. Die kleinen Häuser am Straßenrand hatten auch schon mal bessere Zeiten gesehen. Sie wirkten verfallen u. farblos. Wir merkten deutlich, dass wir die gutrenovierte Großstadt St. Petersburg verlassen hatten. In dieser Region scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Dieses Gefühl wurde uns auch in der Stadt Nowgorod bestätigt. Sie ist die älteste Stadt Russlands, u. wurde im Jahr 862 vom damals wohl bedeutendsten Wikingerführer Rjurik gegründet. In Nowgorod wurden uns folgende Sehenswürdigkeiten gezeigt: Das Juri-Kloster (Georg-Kloster), die Sophienkathedrale (älteste Kirche Russlands, gebaut 1050), das berühmteste Ikonenmuseum Russlands , einen Kreml in Miniaturausgabe (verglichen mit dem Moskauer Kreml) sowie das Freilichtmuseum für Holzarchitektur. Nach so einem anstrengenden Tag waren viele von uns so erschöpft, dass ihnen auf unserer Heimreise nach St. Petersburg im Bus die Augen zufielen. So. 04.09.05 – 9. Tag: Bei strahlendem Sonnenschein begannen wir den Tag mit einer Bootsfahrt auf der Neva sowie einigen Kanälen der Stadt St. Petersburg. Dabei wurden wir reichlich mit Vodka, Sekt u. Obst bewirtet. Nun konnten wir die Stadt einmal aus einer anderen Perspektive betrachten mit all` seinen schönen, riesigen, neurestaurierten Palästen u. Häusern, die von unseren Reiseleiterinnen ausführlich beschrieben wurden. Der Nachmittag bescherte uns ein weiteres brillantes Erlebnis, nämlich die prachtvolle Schlossanlage Peterhof mit den vielen prunkvollen Springbrunnen u. dem wunderschönen parkähnlichen Garten, alles angelegt im Rokoko-Stil. Peter der Große hat sich für den Bau dieser herrlichen Sommerresidenz , mit der Nähe am Finnischen Meerbusen u. nur 30 km von St. Petersburg entfernt, eine idyllische Lage ausgesucht. Auch Katharina die Große hat diese Sommerresidenz benutzt. Leider wurde der Peterhof während des 2. Weltkrieges erheblich zerstört, wurde aber wieder aufgebaut, so dass heute wieder alles in altem Glanz erstrahlt. Für einige von uns bildete die Ballettvorstellung „Schwanensee“ den krönenden Abschluß des Tages. Mo. 05.09.05 – 10. Tag: Am letzten Tag unseres Aufenthalts in St. Petersburg fuhren wir nach Puschkin u. besichtigten dort den Katharinenpalast mit dem weltberühmten Bernsteinzimmer. Welch` eine Pracht!! Sehr interessant u. informativ war der Besuch in den Bernsteinzimmerwerkstätten. Für den Nachmittag war der Besuch im Schloß Pawlowsk ( Residenz vom Zar Paul I) vorgesehen, gelegen in einem schönen Landschaftspark. Ein schöner Urlaub ging nun leider zu Ende, u. am Abend wurde in einem gemütlichen Restaurant außerhalb von St. Petersburg Abschied gefeiert. Es gab ein typisch russisches Abendessen mit Wein u. Vodka frei, dazu Musik. Es kam sehr schnell eine fröhlicher Stimmung auf. Wir waren alle traurig, als dann viel zu „früh“ zum Aufbruch gerufen wurde. Diejenigen jedoch, die immer noch nicht genug erlebt hatten u. noch voller Tatendrang steckten, haben noch eine Lichterfahrt durch St. Petersburg unternommen, hauptsächlich die „Jugend“. Di. 06.09.05 – 11. Tag: Heimreise! Nach dem Frühstück wurden wir zum Flughafen gebracht u. dort von unseren Reiseleiterinnen herzlich verabschiedet. Die gesamte Gruppe flog gemeinsam bis Kopenhagen. Hier mußten wir einander „Auf Wiedersehen“ sagen; denn von hier aus trennten sich die Wege für unsere letzte Etappe nach Deutschland. Wir waren uns alle einig, dass wir eine schöne gemeinsame Zeit miteinander verlebt haben. Wie schon erwähnt, war unsere Reise eine gelungene Tour. „Jung“ u. „alt“ (arbeitende Bevölkerung u. Rentner) verstanden sich prächtig. Auch Petrus meinte es recht gut mit uns; denn meistens schien sogar die Sonne. Unsere Hotels waren prima. Zum Frühstück u. zur Abendmahlzeit gab es in den Hotels reichhaltige Angebote am Buffett. Das Mittagessen wurde unterwegs in Restaurants serviert. Wir hatten jeweils zwei Reiseführerinnen in Moskau u. St. Petersburg u. eine in Nowgorod, die alle superkompetent waren. Wir wurden täglich mit so vielen Informationen bombardiert, dass wir kaum alles verarbeiten konnten, was uns erst Zuhause anhand der Fotos und Filme möglich wurde; denn oft summte u. brummte uns der Kopf am Abend. Zur Entspannung wurden dann ein, oder auch mehrere Vodka getrunken. Wir erfuhren alles über Geographie, Geschichte, Kunst, Kultur, Bevölkerung, Mentalität etc.. Viel hat sich in den letzten paar Jahren in diesen Metropolen verändert; denn jetzt hat die Staatskasse viel mehr Geld zur Verfügung , z.B.: für die Infrastruktur u. Renovierungen, bedingt durch den Rohstoffexport von Gas u. Öl. Allen, die an der Ausarbeitung dieser Reise mitgewirkt haben, gilt ein Dankeschön; denn es war für uns eine unvergessliche u. schöne Kulturreise, wenn auch sehr anstrengend!!! Anke und Bjarne Lauritzen Wedel / KLM Hamburg

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